Ausbildung statt Studium - Der praxisnahe Karriereweg

10
Januar
2017

Ausbildung statt Studium

Berufsausbildung liegt für Studienberechtigte voll im Trend

Galt die klassische duale Berufsausbildung bisher als Hoheitsbereich der Hauptschulabsolventen, so hat sich das Verhältnis mittlerweile entscheidend geändert. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet im Jahr 2016 erstmals deutlich mehr Ausbildungsstellenbewerber mit Studienberechtigung als mit Hauptschulabschluss. Bereits im vorangegangenen Jahr 2015 zeigt eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) diesen Trend an.

Berufsausbildung liegt für Studienberechtigte voll im Trend

Die aufstrebende Anzahl der Studienberechtigten, die eine Ausbildung beginnen, ist in allen Branchen zu verzeichnen. Im Handwerk wurde beispielsweise 2010 noch jeder zweite Ausbildungsvertrag (53,4%) mit einem Hauptschulabsolventen abgeschlossen. Im Jahr 2015 waren es ganze zehn Prozent weniger. Dafür stieg der Anteil der Auszubilden mit einem mittleren Schulabschluss oder mit einer Studienberechtigung auf 52,6 %. Ähnliche Tendenzen sind auch in der Landwirtschaft zu beobachten. Im Öffentlichen Dienst stellt der kräftige Anstieg der Studienberechtigten mittlerweile die absolute Mehrheit (52,6 %).

Von dem wachsenden Interesse der Studienberechtigten an dualen Berufsausbildungen profitieren nicht ausschließlich die charakteristischen „Abiturientenberufe“ (Studienberechtigtenanteil über 50 %), wie Industriekaufmann/-frau, Bankkaufmann/-frau, Chemielaborant/-in, Steuerfachangestellte/-r oder Mediengestalter/-in. Selbst bisher typische „Hauptschülerberufe“ (Hautschüleranteil über 50%), wie zum Beispiel Maurer/-in, Zimmerer/-in, Koch/Köchin oder Dachdecker/-in verzeichnen eine steigende Anzahl von Studienberechtigten und Schulabsolventen „mittlerer Reife“ beim Abschluss der Ausbildungsverträge. 

Wie gerufen kommt die steigende Interessentenzahl an Studienberechtigten, denn der drastische Rückgang von Ausbildungsinteressenten mit Hauptschulabschluss muss aufgefangen werden: Die Zahl der Ausbildungsinteressenten ist im Jahr 2015 im Vergleich zu 2010 um etwa 57.800 Hauptschüler und um etwa 20.900 Schüler mit „Mittlerer Reife“ gesunken. Im Gegenzug dazu sind 50.700 Studienberechtigte mehr zu verzeichnen, sodass ein Teil des Abfalls kompensiert werden kann. Nicht ausreichend kompensiert werden konnten dagegen die Zahl der Ausbildungsverträge, wie Bäcker/-in, Koch/Köchin, Fleischer/-in, Zimmerer/-in und Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk.

 Die staatlichen Ämter des Bundes und der Länder haben in ihrer Berufsbildungsstatistik die Ausbildungsberufe in folgende vier Gruppen unterteilt:

  • Hauptschülerberufe“ (Anteil der Hauptschulabschlüsse von über 50%) sind z.B. Friseur/-in, Maler/-in, Dachdecker/-in, Lackierer/-in und Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk und sowie Beton- und Stahlbetonbauer/-in
  • Realschülerberufe“ (Anteil der Ausbildungsstarter mit mittlerem Schulabschluss über 50%) sind z.B. Forstwirt/-in, Rechtsanwaltsfachangestellte/-r, Augenoptiker/in, Mechatroniker/-in, Informationselektroniker/-in und Chemiekant/-in
  • Abiturientenberufe“ (Anteil der Studienberechtigten über 50%) sind z.B. Physiklaborant/-in, Bankkaufmann/-frau, Buchhändler/-in, Physiklaborant/-in, Justizfachangestellte/-r und Informatikkaufmann/-frau
  • Mischberufe“ (Anteil keiner der drei Abschlussarten erreicht über 50%) Tischler/-in, Konditor/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Brauer/-in und Gärtner/-in

 

Ausbildungsabsolventen stehen nach IHK-Weiterbildung mit Uni-Absolventen auf gleicher Ebene

Den Vorteil sehen viele Ausbildungsinteressenten darin, dass sie trotz dem nicht absolvierten Studium ebenbürtige Karrierechancen ergreifen können. Mit entscheidenden Vorteilen: Sie können weitaus schneller weitaus mehr Berufserfahrungen vorweisen, können ihren Job auch während einer Fortbildung ausüben und müssen so nicht auf ihr gewohntes Einkommen verzichten. Nach der Ausbildung entscheidet sich eine große Anzahl der Absolventen für eine Weiterbildung, beispielsweise zum Handwerksmeister, Logistikmeister oder Industriemeister, Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen, Industriefachwirt oder Wirtschaftsfachwirt, Verwaltungsfachwirt, Personalfachkaufmann sowie Projektleiter, Berater, Entwickler oder Ökonom in der IT.  Diese Fortbildungen sind vom Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF) dem Bachelor-Abschluss einer Universität gleichgestellt, denn beide sind nach Deutschem Qualifikationsrahmen (DQR) zusammen auf der Niveaustufe 6 angesiedelt. Wem dieser Aufstieg noch nicht ausreicht, kann nach seinem Meister, Fachwirt oder IT-Abschluss einen weiteren Aufstieg, wie etwa zum Betriebswirt oder Technischen Betriebswirt anstreben und steigt dadurch auf Niveaustufe 7, wo auch der Master-Abschluss wiederzufinden ist.

  • Tags: Betriebswirt | Fachwirt | Meister und Industriemeister | Operative IT Professional | Studie

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