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29.01.2026

IT im Wandel: Warum Lernen nie aufhört (Teil 1)

Interview mit Dr. Maria Strojny – IT-Expertin und Dozentin bei manQ

IT ist ständig im Wandel – und genau das macht sie so spannend. In Teil 1 unseres Interviews spricht Dr. Maria Strojny, IT-Expertin und Dozentin bei manQ, über ihren Weg in die IT, ihre Erfahrungen aus über 30 Jahren Berufspraxis und warum Lernen in dieser Branche von Anfang an dazugehört. Von Lochkarten bis Industrie 4.0: ein Blick zurück und auf die aktuellen Herausforderungen, der zeigt, warum Stillstand in der IT keine Option ist. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Hören und Lesen.
 

Das Interview

KATJA: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge, heute mit einer Frau, die die IT nicht nur kennt, sondern sie lebt. Dr. Maria Strojny ist seit einigen Jahren freiberuflich als Dozentin im Umfeld der Fortbildung Operative IT Professional und seit Mitte August 2025 bei manQ im Bereich Bachelor Professional in IT an Bord.

Maria bringt über 30 Jahre IT-Erfahrung aus Softwareentwicklung, Qualitätssicherung, Projekt- und Programmmanagement und Mitarbeiterführung mit. Sie hat Studierende betreut, Teams gecoacht und miterlebt, wie aus Lochkartenprogrammierung die heutigen KI-gestützten Plattformen wurden.

Mit ihr spreche ich in diesem zweiteiligen Interview darüber, wie rasant sich die IT verändert hat, welche Technologien Unternehmen 2026 und zukünftig prägen werden und warum permanentes Lernen gerade für IT-Fachkräfte längst kein Nice-to-have mehr ist, sondern der Schlüssel, um in dieser dynamischen Branche wirklich erfolgreich zu bleiben.

Herzlich willkommen, Maria.

 

MARIA: Ja, vielen Dank für die Einladung, Katja. Ich freue mich sehr, heute hier zu sein und über die spannenden Themen zu sprechen. Die IT-Welt verändert sich in einem Tempo, das uns alle fordert, aber auch unzählige Chancen eröffnet. Jeden Tag entstehen neue Ideen, neue Technologien und damit auch neue Möglichkeiten.

 

KATJA: Das stimmt. Ja, Maria Du sagst, Lernen hat Dein Leben immer geprägt. Nimm uns doch bitte einmal mit. Wie bist Du zur IT gekommen? Und was fasziniert Dich bis heute daran?

 

MARIA: Ja, eine gute Frage. Ehrlich gesagt, sie lässt sich nicht gar so schnell beantworten. Ich möchte darauf später zurückkommen, wenn wir über die großen Veränderungen in der IT sprechen. So beginne ich besser damit, wie alles angefangen hat, wie ich überhaupt zur IT gekommen bin.

Ich habe Physik und Informatik studiert, in Physik promoviert und anschließend über 30 Jahre im IT-Umfeld gearbeitet. In dieser Zeit habe ich unterschiedliche Rollen wahrgenommen, sowohl in IT-Dienstleistungsunternehmen als auch in großen Konzernen.

Meine Erfahrungen reichen von Softwareentwicklung über Qualitätssicherung, Projekt- und Programmmanagement, Servicemanagement bis zur fachlichen und disziplinarischen Leitung von Mitarbeitenden, Softwareentwicklern, IT-Architekten und Projektmanagern eines IT-Bereichs im Konzern.

Ein weiterer wichtiger Teil meines Berufslebens ist die Lehre. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität habe ich Studierende betreut. Später kamen Trainings und Schulungen in IT-Unternehmen hinzu und heute arbeite ich unter anderem als Dozentin in verschiedenen IT-Fortbildungskursen.

Gerade die Arbeit mit Menschen, die sich beruflich weiterentwickeln möchten, empfinde ich als besonders erfüllend. Viele von ihnen stehen mitten im Berufsleben, haben Familie, oft Kinder. Und dennoch entscheiden sie sich, abends oder am Wochenende zu lernen. Dafür habe ich großen Respekt und aufrichtige Bewunderung.

Und das Programmieren habe ich tatsächlich in Fortran gelernt, mit Lochkarten. Wenn ich daran denke, wie viel sich seither in der IT verändert hat, wird mir jedes Mal bewusst: Die IT bleibt nicht stehen. Und genau das ist es, was sie für mich so faszinierend macht.

 

KATJA: Lass mich da bitte noch mal kurz einhaken. Fortran mit Lochkarten. Das klingt ein bisschen wie IT-Archäologie, oder? Also quasi, wie die IT begann?

 

MARIA: Fortran wurde in den 1950er-Jahren von IBM entwickelt und war eine der ersten höheren Programmiersprachen, insbesondere für wissenschaftliche Berechnungen. Der Quellcode wurde auf Lochkarten gestanzt, die anschließend vom Computer eingelesen wurden. Jede Lochkarte hatte ein festes Format mit bestimmten Spalten für Anweisungen, Kommentare und fortlaufende Nummerierungen. Der Computer verarbeitete die eingelesenen Karten, um das Programm auszuführen.

Fehler zu finden und das Programm zu korrigieren war ein mühsamer Prozess. Fehlende oder fehlerhafte Karten mussten identifiziert, korrigiert und häufig neu gestanzt werden.

Heutige Softwareentwickler erhalten große Unterstützung durch moderne Entwicklungsumgebungen, Tools und Plattformen. Diese erleichtern zwar die Arbeit, machen sie aber zugleich komplexer, denn die Auswahl und der kompetente Einsatz der passenden Werkzeuge stellen selbst erfahrene Fachkräfte vor neue Herausforderungen.

Und übrigens, obwohl Lochkarten heute nicht mehr verwendet werden, kommt Fortran weiterhin in der wissenschaftlichen und technischen Forschung sowie im Supercomputing zum Einsatz.

 

KATJA: Das ist sehr interessant. Und mit so einer langjährigen Expertise und Erfahrung kannst Du sicherlich sagen: Was sind die wichtigsten Herausforderungen und Skills in der IT-Branche?

 

MARIA: Die schnelle Entwicklung neuer Technologien, kontinuierliche Innovationen machen es notwendig, dass IT-Fachkräfte, aber auch IT-Manager ihr Wissen und ihre Fähigkeiten ständig aktualisieren und erweitern. Häufig ist vom Wandel in der IT die Rede. Doch was sind die eigentlichen Treiber für das Lernen in der IT-Branche?

Über dieses Thema ließe sich stundenlang diskutieren. Ich möchte an der Stelle lediglich einige zentrale Punkte kurz zusammenfassen.

Die Rolle der IT wird heute und in Zukunft zunehmend als Enabler verstanden, also als Befähiger und Treiber für Innovation, Effizienz und neue Geschäftsmodelle. IT ist längst nicht mehr nur eine unterstützende Funktion, also typischer Support, sondern ein strategischer Partner, der die digitale Transformation aktiv vorantreibt, Unternehmen hilft, wettbewerbsfähig zu bleiben und sich an Marktveränderungen anzupassen.

IT ermöglicht neue Geschäftsmodelle, etwa die bekannten Beispiele Uber oder Airbnb, deren Erfolg auf der Verbindung einer innovativen Geschäftsidee mit einer leistungsfähigen IT-Plattform beruht. Weitere Beispiele sind die Rolle der IT in der industriellen Automatisierung oder die grundlegende Veränderung von Prozessen, etwa im Supply-Chain-Management.

 

KATJA: Verstehe. Also bei Online-Plattformen ist mir diese Verschmelzung der Bereiche klar. Aber wie wirkt sich das beispielsweise in der Industrie aus?

 

MARIA: Am Beispiel der Automobilindustrie lässt sich exemplarisch aufzeigen, wie sich der Bau hochwertiger Fahrzeuge in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt hat. Moderne Automobile sind hochkomplexe, elektronisch gesteuerte Systeme, die auf einer Vielzahl vernetzter IT-Komponenten basieren.

Für ihre Entwicklung und Produktion sind heute umfassende interdisziplinäre Kompetenzen in Elektronik, Informatik und Softwaretechnik erforderlich. Bereits jetzt zeichnen sich tiefgreifende Veränderungen für die Zukunft ab, etwa durch den Übergang zu rein elektronischen Antrieben und durch die Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge.

Im Zentrum dieser technologischen Transformation stehen cyber-physische Systeme, kurz CPS. Sie vernetzen Maschinen, Sensoren und IT-Systeme miteinander und ermöglichen dadurch autonome Prozesse in Produktion, Instandhaltung und Logistik.

In diesem Zusammenhang werden häufig die Begriffe Industrie 4.0 und Internet of Things, Internet der Dinge, verwendet. Industrie 4.0 bezeichnet diese intelligente digitale Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produkten, die eine weitgehend autonome und selbstorganisierte Produktion ermöglicht. Das Internet der Dinge erweitert dieses Prinzip, indem physische Objekte über Sensoren und Netzwerke mit der digitalen Welt verbunden werden. Auf diese Weise können Echtzeitdaten erfasst, analysiert und zur Optimierung industrieller Prozesse genutzt werden.

 

KATJA: Verstehe.Vielen Dank, Maria. Das war ein sehr interessanter Einblick in die aktuellen Herausforderungen der IT. Im nächsten Teil werden wir tiefer auf die richtungsweisenden Technologien für die Zukunft eingehen, warum lebenslanges Lernen in der IT so wichtig ist und warum die neue IHK-Weiterbildung Bachelor Professional in IT ein wertvoller Karriereweg ist. Es bleibt also spannend, bleibt deshalb unbedingt dran.

 

 

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