„Ich wollte auf jeden Fall weiter lernen.“
Fachwirt für Büro- und Projektorganisation: Wie Johanna neben dem Vollzeitjob erfolgreich durchstartete

Das Interview
KATJA: Herzlich willkommen zu einem neuen Teilnehmerinterview von manQ.
Heute spreche ich mit Johanna Kunger. Nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement war Johanna schnell klar: Stillstand kommt für sie nicht in Frage. Also hat sie online recherchiert, welche Aufstiegsfortbildung zu ihrem vierzigstündigen Job in der Bäckerei passt, und ist über unsere Webseite beim Fachwirt für Büro- und Projektorganisation gelandet. Bauchgefühl, Infoabend, Online-Format – die Entscheidung war gefallen.
Im Interview spricht Johanna offen über ihren Start in die Weiterbildung, die Herausforderungen der Lernorganisation neben dem Job und darüber, was ihr geholfen hat, dranzubleiben und am Ende sehr erfolgreich bei der IHK zu bestehen.
Schön, dass Du da bist, liebe Johanna.
JOHANNA: Dankeschön. Ich freue mich, dass ich dabei sein darf und mit Dir darüber zu erzählen.
KATJA: Super. Johanna, dann nimm uns doch mal mit an den Anfang. Wo standest Du beruflich, als Du gemerkt hast, dass Du noch mehr lernen willst?
JOHANNA: Ich habe meine Ausbildung im Sommer 2021 beendet zur Kauffrau für Büromanagement. Und ich wollte dann erst mal im Job so richtig ankommen, weil ich auch direkt eine neue Position übernommen habe, den Verkaufsinnendienst. Die Stelle gab es vorher bei uns im Betrieb noch nicht. Das heißt, ich musste mich erst mal komplett neu organisieren und einarbeiten und vieles selbst mit aufbauen. Und darauf lag mein Fokus. Und dann war mir aber nach 2, 3 Jahren klar, als ich dann in die Rolle hineingewachsen bin: Ich möchte mich jetzt langfristig noch mal weiterentwickeln und auch noch mal mein Wissen vertiefen.
KATJA: Verstehe. Und was hat letztendlich den Ausschlag gegeben, Dich auch wirklich anzumelden?
JOHANNA: Ich hatte zuerst den Wirtschaftsfachwirt im Kopf, da ich den auch schon kannte von Bekannten. Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Dann ist mir der Fachwirt für Büro- und Projektorganisation ins Auge gefallen. Und da wusste ich sofort: Okay, das passt von den Themen, das passt zu dem, was ich im Unternehmen mache. Also Organisation, Planung, Struktur schaffen, Projekte begleiten. Und dann habe ich auf mein Bauchgefühl gehört und habe mich angemeldet.
KATJA: Eine hervorragende Wahl. Du arbeitest in Vollzeit – warum war gerade das Online-Format für Dich so entscheidend?
JOHANNA: Online kann ich mir flexibel meine Zeit einteilen. Und ich wohne auch eher dörflicher. Das heißt, es wäre für mich nicht in Frage gekommen, nach der Arbeit noch eine Stunde Fahrt auf mich zu nehmen. Und so konnte ich nach der Arbeit kurz noch was essen und dann habe ich mich eingeschaltet. Das war optimal.
KATJA: Ganz bequem von zu Hause aus. Ja und Du hast mir im Vorgespräch verraten, Du bist ein bisschen blind in die Weiterbildung reingegangen. Was meinst Du damit?
JOHANNA: Damit meine ich, dass ich am Anfang gar nicht richtig bedacht habe, wie viel Zeit ich letztendlich investieren muss in den Fachwirt. Ich habe unterschätzt, dass ich wirklich neue Routinen aufbauen muss. Das heißt, nach der Arbeit nicht noch zwei Stunden unterwegs sein kann, sondern auch takten muss: Da gehe ich einkaufen, da mache ich das, und dann bin ich wieder pünktlich um 18:00 Uhr online eingeschaltet. Und ja, auch nach einem langen, anspruchsvollen Arbeitstag dann noch mal den Kopf anzustrengen – darüber habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht. Das war dann bei der Umstellung erst mal eine große Herausforderung.
KATJA: Ja und gab es einen konkreten Punkt, an dem sich bei Dir der berühmte Schalter umgelegt hat?
JOHANNA: Ja, tatsächlich. Das war so nach ein paar Wochen. Da hatte ich einfach das Gefühl, dass ich richtig drin bin. Ich habe mir Routinen entwickelt, mich besser organisiert und dann gemerkt, dass das Lernen auch viel leichter wurde. Ich habe mir dann ein iPad gekauft und digitale Lernzettel erstellt, habe mit Karteikarten viel gelernt. Da konnte ich meine Kreativität ausleben und habe auch den Spaß daran entdeckt, wieder zu lernen. Und dann war ich im Flow. Und dann kam auch noch hinzu, dass ich wirklich eine tolle Klasse hatte. Der Austausch mit der Gruppe hat dann dafür gesorgt, dass es sich irgendwann mehr wie ein Hobby angefühlt hat als wie eine Verpflichtung.
KATJA: Ja, dann möchte ich zu dieser Frage springen. Du hattest eine richtig gute Lerngruppe, wie Du mir gesagt hast. Magst Du darüber noch ein bisschen mehr erzählen?
JOHANNA: Ja, die Gruppe war wirklich Gold wert. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, motiviert. Wir haben WhatsApp-Gruppen eröffnet, uns online in Meetings getroffen. Und es ist ja immer so: Dem einen liegt Personal mehr, dem anderen Mathe. Jeder hatte seine Stärken. So haben wir uns gegenseitig Nachhilfe gegeben oder bei Fragen unterstützt, uns oft sonntags getroffen. Das hat total viel Spaß gemacht. Und auch wenn man mal einen Durchhänger hatte, haben die anderen einen wieder mit hochgezogen und motiviert.
KATJA: Genau so soll es sein. Lernen sollte ja auch ein wenig Spaß machen. Ihr habt das richtig gut gemacht. Neben Struktur, Disziplin, Lerngruppen und dem Dranbleiben: Gibt es für Dich noch zwei zentrale Tipps für das Lernen neben dem Beruf? Welche sind das und warum sind sie für Dich so wichtig?
JOHANNA: Ja, zum einen habe ich für mich gemerkt, dass manchmal auch weniger mehr ist. Das heißt, sich nicht zu sehr zu verbeißen, sich nicht zu viel Druck zu machen, sondern auch den Spaß und die Freude daran zu haben und locker zu bleiben. Optimistisch zu sein, was die Prüfungsphase angeht, weil man irgendwann merkt, dass alle Themen miteinander zusammenhängen und sich plötzlich vieles von selbst erklärt. Am Anfang wirkt alles unglaublich viel von den Themen her. Man kann gar nicht einschätzen, ob man das am Ende alles schafft – aber man schafft es. Und mein zweiter Tipp ist, auf jeden Fall in Bewegung zu bleiben. Man sitzt viel vorm Laptop, online, auf der Arbeit, wenn man im Büro arbeitet und in der Weiterbildung. Regelmäßig Sport einzubauen, Spaziergänge zu machen, den Kopf freizubekommen und wieder Energie zu tanken für den Schreibtisch.
KATJA: Das sind definitiv zwei wunderbare gute Tipps. Vielen Dank. Jetzt blicken wir mal auf die nahe Zukunft. Welche neuen Möglichkeiten haben sich für Dich beruflich ergeben oder sind in der Perspektive?
JOHANNA: Ich habe durch die Fortbildung ganz viel neues Wissen gewonnen und eine ganz andere Sicherheit in meiner täglichen Arbeit. Ich treffe Entscheidungen sicherer, fühle mich souveräner und habe auch tollen Rückenwind von meiner Arbeit bekommen.
In Zukunft ist geplant, dass ich eine Führungsposition im Büro übernehme. Und das wäre ohne den Fachwirt wahrscheinlich so schnell gar nicht möglich gewesen. Dieser Fachwirt hat mir neue Türen geöffnet.
KATJA: Toll, das hört sich richtig gut an. Wenn Du heute auf Deine Entscheidung zurückblickst, diese Weiterbildung zu absolvieren, würdest Du den Weg wieder genauso gehen?
JOHANNA: Ja, auf jeden Fall. Es war zwar teilweise wirklich anstrengend, aber diese Weiterbildung hat mich persönlich und beruflich so enorm weitergebracht, dass ich es sofort wieder machen würde.
KATJA: Super, ja, liebe Johanna, danke für Deine Ehrlichkeit, Deine Tipps und Deinen Einblick hinter die Kulissen Deiner Weiterbildung. Eine Aufstiegsfortbildung ist kein Selbstläufer, aber mit Struktur, Durchhaltevermögen, einer guten Lerngruppe mit Ausgleich durch Bewegung absolut machbar.
Wir wünschen Dir für Deinen weiteren Weg ganz viel Erfolg und freuen uns, dass wir Dich dabei begleiten durften.
JOHANNA: Dankeschön.






