FAQBlog
21.09.2023

Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen
(Teil 4)

Wissenswertes zum Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB)

Da uns immer wieder Fragen zu diesem Profil erreichen und die ein oder andere Info auch profilübergreifend von Interesse ist, geht es heute weiter mit Teil 4 der vierteiligen Podcast-Reihe zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Heute geht es um die Qualifikation zur/zum Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB). Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!
 

Das Interview

KATJA: Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, aller guten Dinge sind vier, wie wir meinen und deshalb beschließen wir unsere Podcast-Reihe heute mit dem vierten und letzten Thema, nämlich die Zusatzqualifikation "Qualitätsmanagementbeauftragten", kurz QMB, beim Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Kurz zur Erinnerung: Im ersten und zweiten Teil haben wir die Themen schriftliche und mündliche Prüfung beleuchtet, in Teil 3 haben wir uns mit der Zusatzqualifikation zur Verantwortlichen Pflegefachkraft, auch Pflegedienstleitung, kurz PDL befasst. Und heute gibt es ebenfalls noch spannende Infos zur gefragten Zusatzqualifikation QMB. Wieder an meiner Seite ist meine liebe Kollegin Anne Wilhelm, die uns gleich mehr dazu erzählen wird. Sie arbeitet als Kursbetreuerin und Dozentin bei manQ.

 

Hallo Anne, vielen lieben Dank, dass Du wieder dabei bist.

 

ANNE: Hallo Katja.

 

KATJA: Anne, manQ bietet im Rahmen der IHK-Aufstiegsfortbildung Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen die Zusatzqualifikation zum Qualitätsmanagementbeauftragten, kurz QMB, an. Kannst Du uns dazu mehr verraten?

 

ANNE: Ja, also manQ arbeitet bereits seit sehr vielen Jahren mit der Zertifizierungsstelle CertEuropA in Kassel zusammen. Wir lassen uns dort als Unternehmen auch selbst zertifizieren, was auch u. a. notwendig ist, damit die Teilnehmer ihr BAföG erhalten. Aus diesem Grund bietet die CertEuropa für jeden Teilnehmer von uns, der seinen Qualitätsmanagementbeauftragten machen möchte, die entsprechende QMB-Prüfung in Kassel an. Das Angebot gilt aber tatsächlich nur für den Zeitraum des Fachwirt-Lehrgangs. Und die Prüfung findet immer dann statt, wenn im Lehrgang, die für die Zusatzqualifikation notwendigen Module, also die Fächer, beendet sind. Dazu gehört natürlich auch das Modul Qualitätsmanagement.

 

KATJA: Und was macht die Tätigkeit als Qualitätsmanagementbeauftragen so interessant? Was kann ich mit dieser Zusatzqualifikation erreichen?

 

ANNE: Um die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens nachhaltig weiterzuentwickeln und funktionierende und qualitative Prozesse zu garantieren, gehört ein effektives Qualitätsmanagementsystem. Qualitätsmanagementbeauftragte leiten z. B. Verbesserungsprojekte an, tragen das risikobasierte Denken in verschiedenen Unternehmensbereichen und können ein Managementsystem mithilfe stetiger Prozessanalyse und -optimierung aufbauen. Man ist also nach aktuellen ISO-Anforderungen für den Aufbau, die Betreuung und die Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems zuständig. Und für Unternehmen ist man mit dieser Zusatzqualifikation demnach sehr attraktiv. Der QMB ist in der Regel eine zentrale Führungskraft im Unternehmen.

 

KATJA: Bei der Anmeldung zur Zusatzqualifikation bei der CertEuropA können die Teilnehmer zwischen dem allgemeinen Qualitätsmanagementbeauftragten und dem Qualitätsmanagementbeauftragten im Gesundheitswesen wählen. Wo liegt da genau der Unterschied?

 

ANNE: Genau. Der Qualitätsmanagementbeauftragte im Gesundheitswesen ist branchenspezifisch und daher nicht akkreditiert. Das bedeutet an dieser Stelle, dass sich diese Weiterbildung nicht mehr aufbauen lässt. Macht man den allgemeinen QMB, besteht zukünftig noch die Möglichkeit, die Aufbaukurse des Qualitätsmanagements zu absolvieren, wie z. B. den Auditor oder den Qualitätsmanager. Der allgemeine QMB enthält jedoch noch zusätzliche Inhalte aus der Industrie und Wirtschaft, ist also branchenunabhängig.

 

KATJA: Verstehe, und reicht das vermittelte Wissen aus der Fortbildung aus, um die Prüfung zum Qualitätsmanagementbeauftragten zu bestehen?

 

ANNE: Die Vorbereitung des Fachwirtes reicht für den QMB im Gesundheitswesen aus. Der allgemeine QMB hingegen ist ja branchenunabhängig, das heißt, es sind noch Bereiche aus der Industrie und Wirtschaft enthalten. Hier haben wir aber auf der Lernplattform Literatur aus unserer, für die Teilnehmer frei verfügbaren Online-Bibliothek, verlinkt, die die Teilnehmer als Vorbereitung sehr gut nutzen können. 

 

KATJA: Und welche Voraussetzungen müssen die Teilnehmer für diese Zusatzqualifikation erfüllen?

 

ANNE: Für beide Qualifikationen benötigen die Teilnehmer eine Schulung im Qualitätsmanagement, eine abgeschlossene Ausbildung und mindestens ein Jahr qualitätsbezogene Tätigkeiten. Für den Nachweis der erforderlichen Schulung im QM senden wir automatisch eine Bestätigung über die geleisteten Stunden im Rahmen des Fachwirtes an die CertEuropA. Hier muss der Teilnehmer nichts weiter unternehmen. Für den Nachweis der abgeschlossenen Berufsausbildung sind in der Anmeldung die Angaben zur Berufsausbildung einzufügen und das Zertifikat der Ausbildung den Unterlagen beizulegen. Für die qualitätsbezogenen Tätigkeiten werden in der Anmeldung die aktuellen beruflichen Tätigkeiten in eine vorgegebene Tabelle eingetragen und die Angaben von dem Arbeitgeber darunter bestätigt, bzw., wenn man jetzt kürzer als ein Jahr dort beschäftigt ist, dann reichen auch die Arbeitszeugnisse der vorherigen Tätigkeit. Qualitätsmanagement ist allgegenwärtig, wir haben alle mit unserer täglichen Arbeitsleistung automatisch damit zu tun im Rahmen der Dokumentation, Qualitätssicherung, Qualitätsplanung, usw. Die Anmeldungsunterlagen finden die Teilnehmer dann auf unserer Lernplattform und können sich dann spätestens drei Wochen vor Prüfungstermin dann ganz noch in Ruhe anmelden.

 

KATJA: Und wo findet die Prüfung statt und was kannst Du uns über die Prüfung an sich erzählen?

 

ANNE: Die Prüfung wird leider nur vor Ort in Kassel angeboten, das heißt die Teilnehmer müssen ggf. anreisen. Die CertEuropA achtet aber darauf, die Uhrzeit der Prüfung in Abhängigkeit zu der Anreisezeit der Teilnehmer zu planen. D. h. ein Teilnehmer aus München wird nicht um 8.00 Uhr morgens die Prüfung absolvieren müssen. Viele Teilnehmer reisen aber auch schon am Vortag an.

In der Prüfung geht es um einen Multiple-Choice-Test, für den man eine Stunde lang Zeit hat. Es handelt sich dabei um rund 70 - 90 Fragen. Bei den Prüfungsaufgaben sind in der Regel ein bis drei Antwortmöglichkeiten richtig und somit werden pro vollständig richtig gelöste Aufgabe, also ein bis drei Punkte vergeben. Ist bei Mehrfachantworten eine Falschantwort dabei, wird die gesamte Frage mit null Punkten bewertet. Es gibt also keine Teilpunkte, auch, wenn zwei von drei Antworten einer Frage richtig waren. Ergebnisse unter null sind aber nicht möglich. Dies gilt für den allgemeinen QMB sowie für den QMB im Gesundheitswesen. Man muss insgesamt 60 Prozent erreichen, um zu bestehen und kann die Prüfung zweimal wiederholen.

 

KATJA: Und wann erhalten die Teilnehmer das Ergebnis und gibt es ein Zertifikat?

 

ANNE: Offiziell erhalten die Teilnehmer die Ergebnisse nach sechs Wochen. Es kam aber auch schon vor, dass sie am nächsten Morgen zur Verfügung standen. Nach erfolgreicher Prüfung unter der Überwachung des akkreditierten Personalzertifizierers und Erfüllung der geforderten Eingangsvoraussetzungen erhält der Teilnehmer ein Zertifikat von der CertEuropA mit internationaler Anerkennung. Und auf dem Zertifikat stehen nicht die erreichten Prozentwerte oder die erreichte Punktzahl der Prüfung, das ist immer das, was die Teilnehmer auch sehr interessiert.

 

KAJTA: Jetzt kennt man das ja von vielen anderen QM-Zertifizierungen. Muss auch die Zusatzqualifikation als QMB rezertifiziert werden?

 

ANNE: Ja genau, das ist notwendig. Man muss alle drei Jahre eine Rezertifizierung beantragen. Das kann man einfach ganz bequem online bei der CertEuropA machen und bekommt dann ein Rezertifizierungszeugnis zugeschickt, das auch wieder drei Jahre gültig ist. Es ist dafür keine Nachprüfung nötig, man muss in der Zeit lediglich an einer QM-Schulung teilgenommen haben. Hier reicht aber z. B. auch eine innerbetriebliche Weiterbildung aus. Es ist die Pflicht des Antragsstellers bei Wunsch zur Rezertifizierung, die notwendigen Unterlagen rechtzeitig vor Auslauf des Zertifikats, maximal aber drei Monate vorher, bei der CertEuropA einzureichen. D.h., wenn man das Zertifikat in der Hand hält, am besten gleich einen Eintrag in den Terminkalender.

  

KATJA: Ja Anne, ich sage Danke, auch für diese detaillierten, umfangreichen Informationen zum Thema Qualitätsmanagementbeauftragten, kurz QMB im Rahmen der IHK-Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch hier bleibt noch zu erwähnen, dass viele von diesen, heute doch stark verdichteten, Informationen auf unserer Webseite nachzulesen sind. Auch im Blog natürlich. Und wer darüber hinaus noch Fragen hat, stellt sie uns auf unserem monatlich stattfindenden Online-Infoabend, am Telefon oder per E-Mail. Vielen lieben Dank, Anne.

 

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