Herzlichen Glückwunsch: Zwei Wirtschaftsfachwirtinnen mit Bestnote
Julia und Carolin – Frauenpower, Durchhaltevermögen und doppelter Erfolg

Das Interview
KATJA: Carolin und Julia, beide Mitarbeiterinnen bei manQ, haben ihre berufsbegleitende Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt mit Bravour abgeschlossen. Julia 2024, Carolin ein Jahr später. Und als wäre das nicht schon Grund genug zum Feiern, wurden beide von der IHK Kassel Marburg für ihre herausragenden Prüfungsleistungen ausgezeichnet. Sie gehören damit zu den besten 3,7 % der Jahrgänge 2024 und 2025. Und weil die beiden mit ihren Erfahrungen, Höhen, Tiefen und Erfolgen ziemlich genau im gleichen Boot saßen, begrüße ich heute beide bei mir zum Interview.
Herzlich willkommen, Julia und Carolin.
CAROLIN: Hallo, Katja.
JULIA: Hi, Katja.
KATJA: Ihr wurdet beide von der IHK Kassel Marburg für herausragende Leistungen im Wirtschaftsfachwirt ausgezeichnet und gehört damit zu den besten 3,7 % der Jahrgänge 2024 und 2025. Wie war das, als Ihr davon erfahren habt?
JULIA: Ja, ich habe mich natürlich sehr gefreut und musste auch ziemlich schmunzeln. Ich habe nämlich während der Weiterbildung schon gesehen, dass die IHK die Leistung der Fachwirte im Vorjahr schon mal ausgezeichnet hat. Und dann hatte ich noch mit meinem Mann gescherzt, so stell Dir mal vor, ich würde da auch hingehen. Aber ehrlich gesagt, so wirklich daran geglaubt habe ich nicht.
CAROLIN: Also ich wusste, dass andere IHK das machen, aber hatte mich so mit der IHK Kassel Marburg gar nicht so beschäftigt. Julia war da viel besser informiert. Und da sie vor mir die Post gekriegt hat, hat sie mich so ein bisschen angefixt und mir eine WhatsApp geschrieben. Hast Du auch schon Post bekommen? Ich freue mich. Ich bin bei der Besten-Ehrung. Und dann habe ich mich natürlich mit Julia mitgefreut und dann gedacht, ja, vielleicht kommt Post, und war ab dem Moment dann auch so ein bisschen ungeduldig. Habe jeden Tag im Briefkasten geguckt. Und ein paar Tage später kam dann auch der Brief. Und ja, war schön. War dann ein komisches Gefühl, als man es aufgemacht hat. Und dann habe ich mich natürlich auch sehr darüber gefreut.
KATJA: Ja, super. Klasse. Ja, kurz der Reihe nach. Stellt Euch bitte vor, wer Ihr seid, was Ihr macht bei manQ und was hat Euch damals motiviert, die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt zu starten?
CAROLIN: Ja, dann mache ich einfach mal den Anfang. Mein Name ist Carolin. Ich bin 32 Jahre alt und bin bei manQ in der Auftragsabwicklung eingesetzt. Und da ich bei manQ viel Kontakt zu unseren Interessenten und Teilnehmern habe, wollte ich selbst einfach nochmal sehen, wie ist denn die Perspektive der Teilnehmer, wie erleben sie das und was bedeutet das eigentlich, berufsbegleitend nochmal eine Weiterbildung zu machen und besser informiert zu sein und dann natürlich auch die Erfahrung, die ich gemacht habe, weiterzugeben.
JULIA: Ja, ich bin Julia, 30 Jahre alt, und ich bin Teil des Lehrmedienteams. Da bin ich hauptsächlich im GuS-Bereich [Anmerkung: Gesundheits- und Sozialwesen] tätig. Aktuell bin ich allerdings noch in Elternzeit. Ich habe ja schon einen Bachelorabschluss im Bereich Pflege und Gesundheit. Da waren aber leider die betriebswirtschaftlichen Inhalte nur auf ein Minimum begrenzt. Und das hat mir einfach noch so ein bisschen gefehlt. Und deswegen wollte ich mich schon länger dahin gehend noch ein bisschen weiterbilden. Genau. Aber dann bin ich mit meiner ersten Tochter schwanger geworden und hatte dann Angst, dass mir in der Elternzeit langweilig werden würde. Mir war natürlich nicht langweilig, aber ja, das war dann für mich irgendwie der richtige Zeitpunkt, mit dem Wirtschaftsfachwirt zu starten.
KATJA: Ja, Julia, Du hast es ja gerade erwähnt. Als Mutter von jetzt zwei kleinen Kindern stelle ich mir das nicht so leicht vor. Wie hast Du das Lernen für Dich damals organisiert?
JULIA: Damals, also vor den schriftlichen Prüfungen, war ja zum Glück ein Kind noch in meinem Bauch. Da habe ich gelernt, weil meine Tochter morgens ein paar Stunden bei der Tagesmutter war, während sie geschlafen hat. Mittags sowie abends. Und ja, die Nachmittage und Aktivitäten wie Babyschwimmen oder zum Turnen, das musste mein Mann dann zunehmend mit ihr alleine machen. Und ja, genau. Ich war dann ja eh schon hochschwanger. Deswegen war das dann auch okay. Da hatte ich eh nicht mehr so Lust, da groß mitzugehen. Also hat das dann ganz gut gepasst.
KATJA: Also war das Timing perfekt für Dich. Und Carolin, für Dich war es ja etwas anders. Du hast gearbeitet und abends die Online-Schulbank gedrückt, sozusagen. Was war für Dich die größte Herausforderung während der Weiterbildung?
CAROLIN: Definitiv die Zeit und der neue Rhythmus, sich abends dann nochmal nach der Arbeit aufzuraffen, wenn man vielleicht nachmittags noch was gemacht hat, Freunde treffen oder beim Sport war, und dann von 18 bis 21 Uhr das Webinar einen erwartet hat und das Lernen anzufangen. Ich habe nur einen kleinen Moment gebraucht, bin ich ehrlich, den Rhythmus zu finden, ins Lernen wieder reinzukommen. Aber ich denke, das ist normal. Das geht jedem so. Aber als ich den Rhythmus dann erst mal hatte und auch die Gruppe sich so ein bisschen mehr kennengelernt hat, man hat die Weiterbildung in den Alltag integriert, klappt das doch sehr, sehr gut. Und man freut sich dann auch darauf, die anderen wiederzusehen und zu lernen, neues Wissen zu bekommen. Also das ist alles gut möglich, wenn man seinen Rhythmus dann gefunden hat.
KATJA: Und was hat Dir geholfen, motiviert zu bleiben, gerade in stressigen Phasen?
CAROLIN: Ja, das ist so die Mischung für mich persönlich aus Spaß und Lernen. Wenn ich das Gefühl hatte, Lerninhalte, manche Themen wollten sich einfach nicht einprägen, habe ich es zur Seite gelegt, eine Pause gemacht, was Schönes gemacht. Oder auch wenn es Sachen gab, wo man sagt, es wäre jetzt eigentlich perfektes Wetter draußen, wollen wir nicht was unternehmen, wollen wir grillen, irgendwer hatte Geburtstag aus der Familie, dann lernt man den Tag halt mal nicht. Man muss nicht jeden Tag lernen. Wichtig ist, dass man sich selbst gut strukturiert. Und das hat mir einfach Kraft und Motivation gegeben, dann die Zeit durchzuhalten. Und die zwölf Monate vergingen wirklich auch wie im Flug. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit dann so schnell hin war, dass man einfach auch sich bewusst Ruhepausen nimmt, um Kraft zu tanken und motiviert zu bleiben.
KATJA: Und Julia, hast Du auch, wie Carolin, Dich motiviert, oder? Was war Deine Strategie, am Ball zu bleiben?
JULIA: Also meine größte Motivation war ehrlich gesagt das Wissen, dass ich zu dem Zeitpunkt, wenn irgendwann die Nachprüfungen sein werden, dann schon zwei Kinder haben werde, die beide unter zwei sind. Und dann wusste ich, dass natürlich Schlaf und Zeit auf ein Minimum begrenzt sein werden. Deswegen habe ich mir die ganze Zeit gesagt, dass ich so viel wie möglich lernen muss, weil Durchfallen einfach keine Option ist. Also dieses Szenario, dafür gab es einfach keinen Platz in meinem Kopf.
KATJA: Und Du hast es ja auch geschafft. Du hast 2024 abgeschlossen, Carolin 2025. Habt Ihr Euch gegenseitig unterstützt? Habt Ihr Euch ausgetauscht? Und gemeinsam die Motivation hochgehalten?
CAROLIN: Ja, tatsächlich war das am Anfang so ein bisschen zufällig, dass ich dann von Julia erfahren hatte, dass sie auch gerade mittendrin ist, als es in der Prüfungsphase stressiger wurde und ich ja in Anführungszeichen noch ganz entspannt gerade Halbzeit hatte. Da haben wir uns, wenn es mal ein Tief bei dem anderen gab, unterstützt, bei Zweifeln die Stimmung wieder aufgehellt, haben uns Tipps und Tricks gegeben, Lerninhalte und Hilfen ausgetauscht und auch einiges Witziges, was uns so in der Weiterbildungszeit über den Weg gelaufen ist. Das haben wir auf jeden Fall geteilt und somit, denke ich, an der einen oder anderen Stelle den nötigen Push gegeben, da wieder den Fun-Fact zurückzuholen.
JULIA: Ja, Caro, ich kann Dir da wirklich nur zustimmen. Es war wirklich richtig schön, dass wir uns hatten, weil wir auch einfach im selben Boot gesessen haben. Und da hat Caro mich einfach vor den Prüfungen nochmal ordentlich motiviert. Da kam halt einfach dann auch nochmal dieses Tief. Von wegen, ich kann nichts, ich habe nicht gut gelernt, ich habe Angst. Und so konnte ich ihr dann aber vor ihren Prüfungen noch ein paar meiner gemachten Erfahrungen mit an die Hand geben.
KATJA: Ja, und das hat sich wirklich alles gelohnt. Ihr habt die Prüfung sogar mit Bravour bestanden. Wann habt Ihr erfahren, dass Ihr zu den Besten gehört, und wie war dieser Moment für Euch?
JULIA: Ich habe schon direkt nach meiner mündlichen Prüfung meine Gesamtnote errechnet und wusste somit schon, dass die Note derer entspricht, die ja auch im Vorjahr geehrt worden sind. Dann habe ich schon insgeheim gehofft, dass die Einladung kommt. Na ja, als sie dann da war, habe ich mich natürlich riesig gefreut.
CAROLIN: Ja, ich war nicht so gut vorbereitet wie Julia. Ich war einfach nur froh, dass ich es hinter mir hatte. Alles geschafft. Prüfung bestanden. Wenn das IHK-Zeugnis jetzt noch kommt, dann passt das so. Und Julia hat es mir über WhatsApp geschrieben. Und dann habe ich auch die Post bekommen. Und sobald ich die Post hatte, habe ich mich gefreut und Julia auch direkt geschrieben. Julia, Du hattest recht. Ich bin auch dabei. Wir sehen uns. Und dann haben wir uns, denke ich, beide auf den Moment gefreut, uns da zu sehen und gemeinsam den Moment zu feiern.
KATJA: Sehr schön. Noch eine Frage zur Weiterbildung. Julia, Du hattest erwähnt, dass es Dir wichtig war, durch diese Weiterbildung vor allem auch ein besseres betriebswirtschaftliches Verständnis zu bekommen. Hat sich diese Erwartung erfüllt? Und was siehst Du jetzt vielleicht anders als vorher?
JULIA: Ich weiß jetzt unter anderem Bescheid über jegliche Abläufe und Rollen in unserem sowie auch anderen Unternehmen. Aber vor allen Dingen kenne ich jetzt auch die Teilnehmenden-Perspektive, was ich jetzt auch zukünftig dann gut in meine tägliche Arbeit mitnehmen kann.
KATJA: Und Carolin, was nimmst Du aus dieser Zeit mit? Vielleicht eine besondere Erkenntnis oder Erfahrung?
CAROLIN: Ich habe auf jeden Fall auch wie Julia viel Neues gelernt, was ich an der einen oder anderen Stelle im Betrieb bei uns bei manQ gut einbringen kann. Es hat mir nochmal einen ganz anderen und viel tieferen Einblick gegeben in die Umsetzung und die Wissensvermittlung. Und all das hilft mir einfach bei meiner täglichen Arbeit und auch bei den Gesprächen mit den Interessenten und Teilnehmern, weil ich persönlich fand es für mich wahnsinnig wertvoll und wichtig, auch diese Seite nochmal zu sehen. Denn als Mitarbeitende nimmt man Sachen ja ganz anders wahr, als wenn man selbst in der Situation ist, wenn man selbst mit all den Dingen lernt, wenn man sie anwendet. Das fand ich richtig, richtig gut.
KATJA: Stimmt, das ist eine sehr wertvolle Erfahrung. Ja, Julia, was würdest Du jemandem raten, der oder die gerade überlegt, den Wirtschaftsfachwirt zu machen?
JULIA: Ja, ich würde auf jeden Fall dazu raten, es zu machen. Man muss sich halt einfach nur bewusst sein, dass man wirklich diszipliniert lernen muss, da den Prüfungen einem auch einfach nichts geschenkt wird. Und es wird halt auch Phasen geben, in denen man einfach keine Lust mehr hat und sich für die Entscheidung, diese Weiterbildung angetreten zu haben, einfach nur hasst. Aber da heißt es einfach durchhalten und dann kann man sich am Ende auch gut belohnen.
KATJA: Genau, das bringt mir zur zentralen Frage überhaupt, zum Schluss: Wie habt Ihr gefeiert, als alles geschafft war?
JULIA: Direkt nach der mündlichen Prüfung bin ich mit meiner engsten Freundin essen gegangen. Die war sowieso mit bei der Prüfung und hat sich um mein Baby gekümmert. Das war damals ja vier Wochen alt. Und als wir dann nach Hause gekommen sind, trudelte dann nach und nach meine ganze Familie ein. Mein Mann hatte nämlich eine Überraschungsfeier für mich organisiert. Dem war scheinbar morgens schon klar, dass ich es sowieso bestehen würde. Ja, und es gab dann abends noch Pizza und wir haben alle angestoßen.
CAROLIN: Als damals die Einladung kam zur mündlichen Prüfung, dachte ich, na toll, genau auf den Geburtstag von meinem Opa, liegt irgendwie blöd. Aber ich hatte Glück. Ich war früh morgens dran. Und ja, so war mein Opa mein Glücksbringer. Und ich habe es geschafft. Und dann hieß es natürlich erst mal durchatmen. Wir haben entspannt ein Sektchen mit der Familie getrunken, uns Pizza bestellt und haben dann einfach meine Prüfung und den Geburtstag von meinem Opa gefeiert. So im Nachhinein schöner hätten wir uns alle den Tag gar nicht vorstellen können.
KATJA: Ja, super. Also ein doppelter Grund zum Feiern. Ja, das hört sich alles richtig gut an. Vielen Dank Euch beiden für Eure Offenheit, Eure Einblicke und Eure ehrlichen Worte. Eure Geschichten zeigen, dass man eine berufsbegleitende Aufstiegsfortbildung meistern kann. Ihr seid nicht nur tolle Kolleginnen, sondern auch echte Vorbilder für alle, die gerade überlegen, den nächsten Schritt zu gehen. Herzlichen Glückwunsch nochmal an der Stelle zu Euren Spitzenleistungen. Und ich bin sicher, das war noch längst nicht Euer letzter gemeinsamer Meilenstein.
Danke fürs Zuhören. Und vielleicht fühlt sich ja der eine oder die andere nach diesem Gespräch genauso motiviert.






