IT im Wandel: Warum Lernen nie aufhört (Teil 2)
Interview mit Dr. Maria Strojny – IT-Expertin und Dozentin bei manQ

Das Interview
KATJA: Herzlich willkommen zurück zu Teil zwei unseres Interviews mit Dr. Maria Strojny. Im ersten Teil haben wir darüber gesprochen, wie rasant sich die IT verändert, welche Rolle sie heute als Enabler einnimmt und warum dieser Wandel IT-Fachkräfte jeden Tag aufs Neue fordert und motiviert.
In diesem zweiten Teil schauen wir jetzt nach vorn. Wir sprechen über die Technologien, die Unternehmen in den kommenden Jahren prägen werden, über Cloud, KI, Cybersecurity und andere Treiber der digitalen Transformation. Und natürlich darüber, warum lebenslanges Lernen in der IT keine Option, sondern eine echte Voraussetzung ist, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Außerdem erklärt Maria, warum die neue IHK-Weiterbildung Bachelor Professional in IT aus ihrer Sicht ein besonders wertvoller Karriereweg für IT-Fachkräfte ist. Schön, dass Ihr wieder dabei seid.
Herzlich willkommen, Maria.
MARIA: Hallo Katja.
KATJA: Wenn wir auf 2026 und ein wenig weiter schauen, Maria, welche Technologien siehst Du als besonders richtungsweisend für die Unternehmen?
MARIA: Nun, aktuell stehen vor allem Technologien im Fokus, die Flexibilität, Automatisierung, Sicherheit und innovative Geschäftsmodelle fördern. 2026 und die Folgejahre werden vor allem durch KI-getriebene, daten- und cloudzentrierte Technologien geprägt, die Geschäftsmodelle, Prozesse und auch Organisationen und Unternehmen verändern.
Für die meisten Unternehmen wird nicht eine Technologie entscheidend sein, sondern das Zusammenspiel mehrerer, rund um KI, um die Daten, die Infrastruktur, Sicherheit und Nachhaltigkeit.
Besonders wichtig sind dabei insbesondere die folgenden Bereiche.
Erstens spielt bereits heute die Künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle in der IT. Sie optimiert Prozesse, unterstützt datenbasierte Entscheidungen und bildet die Grundlage für neue digitale Services. Es entstehen domänenspezifische KI-Modelle, etwa branchenspezifische Sprachmodelle, die Kundenservices automatisieren.
Weiterhin sind KI-native Entwicklungsumgebungen zu erwähnen, etwa Low-Code- oder No-Code-Umgebungen mit tief integrierter KI, die es ermöglichen, komplexe Lösungen deutlich schneller zu entwickeln. Oder die Multiagentensysteme aus kooperierenden KI-Agenten, die ganze Workflows von der Lieferkettenplanung bis zum Kundensupport übernehmen.
Ein weiteres Thema ist die Veränderung in der Infrastruktur hervorzuheben, insbesondere die Cloud-Migration und Cloud-native Technologien. Leistungsstarke Cluster und spezialisierte Beschleuniger bilden dabei die Grundlage für anspruchsvolle KI-Anwendungen. Zudem ist von einem deutlichen Wachstum hybrider Betriebsmodelle auszugehen, die Cloud-, On-Premises- und Edge-Ressourcen kombinieren.
Ein sehr wichtiger Schwerpunkt liegt auch auf Cybersecurity und digitaler Resilienz. Angesichts wachsender Bedrohungen und strengerer Regulierungen braucht IT eine proaktive Sicherheitsarchitektur, dabei auch KI-Sicherheitsplattformen.
Weiter an Bedeutung gewinnt die Modernisierung von Legacy-Systemen in Unternehmen. Nur wer alte Systeme durch moderne Architekturen und Microservices ersetzt, bleibt langfristig innovationsfähig und integrationsstark.
Schließlich ist Edge Computing zu erwähnen, ein zentraler Enabler, um Daten direkt an der Quelle zu verarbeiten und Echtzeitfähigkeit sowie Effizienz etwa in Industrie, Gesundheitswesen oder Einzelhandel deutlich zu steigern.
KATJA: Das hört sich alles sehr, sehr spannend an. Und warum ist lebenslanges Lernen gerade in der IT nicht optional, sondern absolute Pflicht?
MARIA: Permanentes Lernen, Weiterbildung und Fortbildung in der IT sind heute und auch künftig von zentraler Bedeutung, da sie die Grundlage für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit in einer schnelllebigen digitalen Arbeitswelt bilden.
Ich erlaube mir an der Stelle zwei treffende Zitate zu erwähnen.
KATJA: Ja. bitte
MARIA: Sokrates sagte: „Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.“
Und Henry Ford ergänzte: Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre alt sein.“
KATJA: Wie wahr.
MARIA: Die Weiterbildung in der IT fördert die notwendige Anpassungsfähigkeit, um mit ständig neuen Technologien wie KI, Cloud oder Cybersecurity Schritt zu halten. Außerdem fördert das Lernen Kreativität, Problemlösungsfähigkeit und Flexibilität, Fähigkeiten, die in dynamischen IT-Umgebungen unerlässlich sind.
Insgesamt ist der kontinuierliche Lernprozess eine Grundvoraussetzung, um in der IT-Branche langfristig relevant, anpassungsfähig und erfolgreich zu bleiben.
Die rasche Veränderung in IT sind nicht nur die Technologien. Es verändert sich nicht nur das “Was” - Technologien, sondern auch “Wie” - Mindset/Arbeits- und Entscheidungslogik. Der Haupttreiber ist, dass Software heute unter anderen Rahmenbedingungen entsteht und betrieben wird als früher.
Software ist heute ein laufendes Produkt, kein einmaliges Projekt. Früher wurde ein Release alle paar Monate erstellt, danach kam die Software im Betrieb. Heute sind Continuous Delivery, Plattform-Updates, Security-Patches, laufende Optimierung von Bedeutung. Dazu kommt die Agilität z.B. als ein Risikomanagement-Ansatz - Agilität verkleinert das Risiko durch kurze Liefer- und Lernzyklen - oder Agilität als ein Wettbewerbs- und Reaktionsvorteil. Wer schneller Hypothesen testen, priorisieren und liefern kann, reagiert besser auf Markt- und Kundenanforderungen.
Das erfordert ein Mindset von kontinuierlichem Lernen, Experimentieren und Verbessern statt Plan, Umsetzen und fertig. Allen, die sich für IT interessieren, kann ich nur sagen: Erlebt das Abenteuer der Veränderung in der IT – eine spannende Reise, die vom permanenten Lernen begleitet wird.
KATJA: Du sagst, erlebt das Abenteuer der Veränderung in der IT. Was macht diese Reise für Dich persönlich so spannend?
MARIA: Für mich ist das Faszinierende an der Veränderung in der IT, dass Stillstand schlicht nicht existiert. Jede neue Technologie, jedes Projekt eröffnet neue Perspektiven. Man lernt nie aus. Diese ständige Entwicklung zwingt dazu, neugierig zu bleiben, Gewohntes zu hinterfragen und sich immer wieder neu zu erfinden.
Und genau das macht diese Reise für mich so spannend. Sie fordert heraus, inspiriert und zeigt, dass Lernen kein Ziel, sondern ein Weg ist.
Wir wissen nicht, was uns in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren erwartet, welche Technologien entstehen, welche Themen sich entwickeln und wie die Informationstechnologie unser Leben beeinflussen wird. Doch genau diese Ungewissheit macht die Zukunft so faszinierend. Sie fordert uns heraus, neugierig zu bleiben, weiter zulernen und uns vorzubereiten auf all das, was noch kommen kann.
KATJA: Ja Maria, und zum Abschluss, Maria: Warum ist die neue IHK-Weiterbildung Bachelor Professional in IT aus Deiner Sicht ein so wertvoller Karriereweg?
MARIA: Die neue IHK-Fortbildung Bachelor Professional in IT eröffnet IT-Fachkräften ganz neue Perspektiven. Sie richtet sich an alle, die ihr Fachwissen vertiefen, mehr Verantwortung übernehmen und den nächsten Karriereschritt gehen möchten.
Der Abschluss entspricht dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR), also dem gleichen Level wie ein akademischer Bachelor, und qualifiziert für anspruchsvolle Leitungs- und Spezialistenrollen. Damit wurde ein praxisnahes Weiterbildungskonzept geschaffen, das fachliche Expertise, Führung und Management zeitgemäß miteinander verbindet.
Diese Fortbildung ersetzt den bisherigen Operative Professional OP IT. Wer die Fortbildung absolviert, ist bestens gerüstet, mehr Verantwortung zu übernehmen, Teams zu leiten und digitale Innovationen aktiv mitzugestalten. Kurz gesagt: die Zukunft der IT mitzugestalten, statt nur dabei zu sein.
KATJA: Ja, ein sehr schöner Schlussatzt. Vielen Dank, Maria, dass Du uns in diesen inspirierenden Deep Dive in die IT-Welt mitgenommen hast, von den Lochkarten über KI bis zu den Zukunftsfragen, die wir uns heute noch gar nicht richtig vorstellen können.
Du hast deutlich gemacht, dass IT nicht nur Technik ist, sondern ein echter Motor für Innovation, Veränderung und neue Möglichkeiten bringt. Und vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Gesprächs: Wer in der IT arbeitet, entscheidet sich für eine Reise, die nie stehen bleibt. Aber genau darin steckt die größte Chance.
Und wenn Du da draußen jetzt Lust bekommen hast, selbst den Schritt zu gehen: Der Bachelor Professional in IT bei manQ bietet Dir die perfekte Grundlage, um Deine Karriere auf das nächste Level zu heben. Und wie Maria so schön sagt: Erlebt das Abenteuer der Veränderung. Es lohnt sich.
MARIA: Vielen Dank auch von meiner Seite für das Gespräch, Katja. Ich hoffe, es war ein kleiner Impuls für die Weiterbildung, um die rasanten Veränderungen in der IT aktiv mitzugestalten.






